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Rheinradweg NL

Rotterdam - Kleve

2. Tag Rotterdam - Nieuwendijk 18.06.2015

Windmühlen...

Wir waren begeistert! Das Frühstück nahmen wir gemeinsam mit unseren Gastgebern ein. Wir saßen zu viert an einem runden Eßtisch im Wohnzimmer. Es gab typisch holländische Krentenbollen und alles, was das Herz begehrt. Wir fühlten uns rundum wohl. Das Gespräch mit unseren Gastgebern war herzlich und locker, so als ob wir uns schon ewig kennen würden. Man merkte es den beiden an, daß sie gerne Gäste beherbergen. Sie besitzen auch ein besonderes Gästebuch. Alle Gäste werden zum Abschied fotografiert und das Foto anschließend ins Gästebuch geklebt. So hat man zum Text auch gleich ein Bild vor Augen. Nachdem das obligatorische Foto gemacht war, machten wir im Gegenzug natürlich auch eins von unseren Gastgebern. Wir verließen gegen 10.15 Uhr unsere Vrienden und stiegen op de Fiets.
Wir fanden problemlos unseren Radweg. Er führte an imposanten Hochhäusern vorbei. Die Erasmusbrücke beeindruckte uns gewaltig. Die Fotoapparate hatten dementsprechend viel zu tun. Hildegard hatte immer das Gefühl, in Frankfurt zu sein. Obwohl Rotterdam eine Großstadt ist, war der Autoverkehr für uns nicht gefährlich. Es gibt Fahrradwege oder Extraspuren für Fietsers. Viele Radfahrer hatten jedoch einen wilden Fahrstil. In Holland haben Radfahrer "Vorfahrt" und das merkt man auch: viele fuhren ohne Rücksicht auf Verluste.
Die Nieuwe Maas überquerten wir auf einer separaten Fahrbahn der Autobahn. Dann ging es durch Bolnes und Slikkerveer an manchen kleinen Häusern und einigen Plattenbauten entlang bis zur Anlegestelle des Waterbusses. Das sind Schiffe, die im Linienverkehr fahren und auch Räder mitnehmen. Mit dem Waterbus fuhren wir über den Fluß Noord nach Kinderdijk.
Hier gibt es Holland pur. Nirgends auf der Welt stehen so viele Windmühlen beieinander wie hier. Sie dienten zum Entwässern der Polderlandschaft. Wir kamen aus dem Staunen und fotografieren gar nicht mehr raus. Einige Mühlen kann man auch besichtigen. Dafür reichte aber unsere Zeit leider nicht. Auch so brauchten wir gefühlt einen halben Tag, bis wir das Mühlengebiet hinter uns gelassen hatten.
Es ging weiter über kleine ländliche Straßen, an hübschen, gepflegten Häuschen und Gärten vorbei bis Oud-Alblas. Danach folgte ein Radweg neben einer stark befahrenen Straße bis Papendrecht.
Es war bereits 14.45 Uhr und wir mußten dringend unsere körpereigenen Akkus aufladen. Das funktionierte auch in einem netten Café mit Kaffee und warmem Appelgebak met Slagroom.
So gestärkt ging es weiter bis zum nächsten Waterbus, der uns nach Dordrecht brachte. Die Stadt hat einen netten kleinen Yachthafen und eine historische Innenstadt. Ein großes Stück verlief der Weg durch das Stadtgebiet. Meist fanden wir schnell die Hinweisschilder vom Rheinradweg. Es folgte ein langes Stück durch Felder. Hier hatten wir leider keinen Rückenwind mehr. Vorher hatte er oft kräftig von hinten geschoben. Einen Abzweig verpaßten wir, aber dadurch hatten wir einige Kilometer gespart.
Mit Hildegards Niederländischkenntnissen und Händen und Füßen erklärte uns ein alter Mann den weiteren Weg. Wir waren etwas beunruhigt, da es große Umleitungshinweise gab. Der Mann meinte aber, mit unseren Rädern kämen wir durch die Baustelle. Er hat zum Glück Recht behalten.
In Kop van `t Land setzten wir mit einer Autofähre über die Nieuwe Merwede über. Anschließend wurde es wieder problematisch. Es gab auf unserem geplanten Weg nach Nieuwendijk wieder eine Baustelle. Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der Weg auch für Radfahrer gesperrt sei. Bei uns zu Hause kann man es riskieren, trotzdem bis zur Baustelle zu fahren und gegebenenfalls das Rad am Rand entlang zu schieben. Hier in Holland ist es schwieriger. Viele Gräben und Wasserläufe durchziehen das Land. Wenn da z.B. an einer Brücke gebaut wird, muß man umkehren. Wir fragten mal wieder die wenigen Leute, die wir trafen, und fuhren daraufhin etwas frustriert nach Werkendam. Durch diesen Ort sollten wir eigentlich erst morgen kommen. Es war uns bei der Planung auch zu weit gewesen bis hierher zu fahren.
In Werkendam besorgten wir uns noch etwas Obst und Getränke. Bei dieser Gelegenheit fragten wir eine nette Frau nach dem Weg nach Nieuwendijk. Zunächst gab sie einige Erklärungen, dann aber meinte sie, es sei zu kompliziert den Weg zu erklären, sie würde ein Stück mit dem Rad vorfahren. Sie war mit ihrem Mann mit dem Auto zum Supermarkt gefahren. Er war noch im Laden und staunte nicht schlecht, als er zum Wagen kam und sie ihm klarmachte, was sie vor hatte. Kurz gesagt, die beiden fuhren langsam mit dem Auto nach Hause, wir hinterher, sie schnappte sich ihr Fahrrad und begleitete uns einige Kilometer aus der Stadt hinaus, bis wir uns wirklich nicht mehr verfahren konnten. Dabei unterhielten wir uns in niederländisch-deutsch so gut es eben ging; wir verstanden uns prächtig. Wir verabschiedeten uns und sie verriet uns noch ihren Namen: Willy (von Wilhelmina) So nette Leute vergißt man bestimmt nicht.
Erst gegen 20.00 Uhr erreichten wir endlich unser Quartier. Obwohl wir zwei Stunden später als geplant ankamen, wurden wir ausgesprochen freundlich empfangen. Man hatte sogar noch ein Essen für uns vorbereitet. Geschlafen haben wir diese Nacht in einem Tuinhuis. Ein wunderschönes, selbstgebautes Häuschen in weiß-blau, sehr liebevoll dekoriert, war für heute unser Heim. Am liebsten hätte ich es eingepackt und mit nach Hause genommen. Wir bekamen zuerst einen Kaffee und danach ein sehr leckeres Abendessen. Nach dem Duschen durften wir uns noch eine Flasche Wein aussuchen, die wir in dem gemütlichen Häuschen genossen haben. So waren die zwischenzeitlichen Frustrationen wegen der Umleitung bald vergessen.

Fahrzeit:5h 15min
Fahrstrecke:74km

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Urheberrechtlich geschützt (Copyright), Gertrud S.