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Leineradweg

Leinefelde - Verden a.d. Aller

Tag 1: Leinefelde - Heiligenstadt - 06.05.2006

Westwärts…

„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, da bleibet, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus…“ Das wollten wir nicht und darum war jetzt wieder eine Woche Radurlaub angesagt. Nach dem extrem langen und kalten Winter kam jetzt der Frühling mit aller Kraft. Wir hatten uns schon auf Winterausrüstung (Mütze, Schal, Handschuhe und Schneeketten) eingestellt, aber Petrus hatte ein Einsehen und änderte kurzfristig das Wetter. Ich hatte zudem noch einige gesundheitliche Widrigkeiten zu überwinden, die zum Glück zum Stichtag weitestgehend überstanden waren. Da die Psyche bei der Genesung auch eine große Rolle spielt, konnte es nur besser werden. Pünktlich wie immer, standen Hildegard und ich 15 Minuten vor Eintreffen des Zuges am Bahnhof. Alfred, Hildegards treu sorgender Ehemann half uns beim Einsteigen. Wir beide haben damit noch keine Probleme, aber unsere Räder mit dem vielen Gepäck haben doch Schwierigkeiten in den Zug zu kommen, besonders, wenn anstatt der modernen Züge mit den breiten, niedrigen Einstiegen, mal wieder die alten Wagons eingesetzt werden. Gleichzeitig fuhr auch eine langjährige Bekannte und treue Leserin meiner Homepage mit uns bis Düsseldorf. Sie fuhr jedoch nicht zum Vergnügen mit, sondern zur Arbeit. Ab Düsseldorf wurde das Radabteil von einigen anderen Reiseradlern belegt, mit denen wir uns nett und angeregt unterhielten. Sie hatten auch schon diverse Fernradwegerouten bereist. Eine Vierergruppe wollte den Weserradweg befahren und ein Männertrio den Werraradweg. Einige Anekdoten gab jeder zum Besten und alle waren der Meinung, daß unsere Art zu Reisen sehr unterhaltsam und abwechslungsreich sei. Da wir eine weite Strecke gemeinsam unterwegs waren, halfen wir uns gegenseitig beim Umsteigen. Es waren überall nur die alten Wagen in Betrieb. In Kassel wurde am Bahnhof gearbeitet. Deshalb hielt der Zug schon am Anfang des Bahnhofs. Wir mußten einmal durch die Baustelle zum eigentlichen Bahnhofsgebäude (es ist ein Kopfbahnhof) und dann zu einem weit entfernten Gleis. Der Anschlußzug stand schon zur Abfahrt bereit, wartete aber so lange bis wir da waren. Der Schaffner half uns sogar beim Einsteigen. Kurz nach 13 Uhr erreichten wir Leinefelden. Wir hatten genügend Zeit, da wir schon von zu Hause aus unser erstes Quartier in Heiligenstadt gebucht hatten. Zuerst besichtigten wir die Leinequelle. Sie liegt im Garten eines Gasthofes. Der Gasthof ist das Geburtshaus des Entdeckers des Neandertalers. Wir machten ein paar Erinnerungsfotos und folgten dann dem Hinweisschild zu einer Eisdiele. Zum Auftakt unserer Tour gönnten wir uns ein Eis und machten uns gegen 14.30 Uhr auf den Weg. Das Wetter war angenehm warm und der Wind blies kräftig von hinten. Wir hatten bei der Vorplanung wegen diverser schwarzer Pfeile im Bikelineheft Befürchtungen, daß wir kräftige Anstiege haben würden und deshalb den ersten Abschnitt ziemlich kurz gewählt. Es gab zwar einige Steigungen, aber die ließen sich durchaus bewältigen. Den schlimmsten Berg hatten wir uns selbst zu zu schreiben. In Westhausen mußten wir nach einer ampelgeregelten Bahnunterführung auf der Straße weiterfahren, wurden aber durch ein ungünstig angebrachtes Radwegeschild vom rechten Weg abgebracht und quälten uns mühsam schiebend einen endlosen Schotterweg hinauf. Der Wind kam diesmal direkt von vorn und wir hatten ein Gefühl, als wären wir von Paris nach Dakar unterwegs. Oben, an einer Straße angekommen, wußten wir nicht, ob wir rechts oder links fahren sollten. Wir mußten uns erst einmal erholen. Zum Glück kam ein Fahrradfahrer den gleichen schrecklichen Weg hinauf. Wir konnten es kaum glauben, als wir ihn fragten, wir mußten noch mal den Schotterweg zurück und in Westhausen ein Stück auf der Durchgangsstraße weiterfahren. Wir fanden dann schnell den richtigen Weg nach Heiligenstadt, landeten dort aber zunächst in einer Sackgasse. Also wieder mal ein Stückchen zurück. Ein älterer, alleinreisender Radfahrer hatte sich ebenfalls verfahren und mußte auch umdrehen. Wir kamen zum Thermalbad und beobachteten fasziniert die Wasserspiele auf dem Vorplatz. In unserem Bikelineheft war zwar ein kleiner Stadtplan, aber die Straße, zu der wir wollten, war nicht eingezeichnet. An der Rezeption des Schwimmbads wußte man auch nicht richtig Bescheid, aber in welche Richtung wir fahren mußten, konnte man uns mitteilen. Wir hatten auch schon erfolglos versucht, unsere Vermieter telefonisch zu erreichen. Der ältere Radler wollte auch einige Tage den Leineradweg befahren und suchte ebenfalls ein Zimmer in Heiligenstadt. Außerdem suchte er vermutlich Anschluß, zumindest für die Radtour. Darauf hatten wir aber absolut keine Lust und tricksten ihn aus und machten uns erstmal aus dem Staub. Wir standen dann mal wieder etwas ratlos auf einem Berg, als uns ein freundlicher, junger Mann weiterhalf. Mit seiner Hilfe erreichten wir nach wenigen Minuten unser Ziel. Nach dem Duschen wollten wir eigentlich zu Fuß in die Stadt, aber unser Vermieter ließ es sich nicht nehmen und brachte uns mit dem Auto in die Innenstadt. Wir bummelten gemütlich durch die gut erhaltene und schön restaurierte Altstadt. Unser Abendessen ließen wir uns draußen auf dem Marktplatz vor einem gemütlichen Lokal schmecken. Danach bummelten wir weiter durch die Stadt und gingen durch den Kurpark zu unserer Pension zurück. Der erste Tag war wettermäßig und landschaftlich wunderschön. Wir haben zudem sehr viele nette und hilfsbereite Menschen getroffen.

Fahrzeit:2:15h
Fahrstrecke:30km

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Urheberrechtlich geschützt (Copyright), Gertrud S.