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Donauradweg, Teil 2

Ingolstadt - Winzer - Bad Birnbach

Tag 1: Ingolstadt - Großmehring - 20.08.2005

Anreise mit der DB

Das Leben in vollen Zügen genießen...

Es geht wieder los! Das Schlechte am Verreisen ist das extrem frühe Aufstehen. Um 5.50 Uhr fuhr der erste Zug ab Kevelaer und den wollten Klaus und ich nehmen. Es herrschte nicht nur der übliche Wochenendverkehr, es war außerdem Weltjugendtag in Köln und der Papst war im Lande. Zudem war auch noch Ferienende in NRW. Wir hatten im Vorfeld starke Befürchtungen, ob wir unser Ziel, Ingolstadt, vor der Nacht erreichen würden. Der direkte Weg wäre gewesen, in Krefeld umzusteigen und dann nochmals in Köln umzusteigen, um dann in Richtung Süden weiterzukommen. Der Papstbesuch in Köln veranlaßte uns jedoch umzudisponieren und zunächst bis Düsseldorf durchzufahren, um dann den Zug nach Koblenz zu nehmen, um ohne umzusteigen durch Köln zu gelangen. Dafür wollten wir auch eine Stunde Wartezeit in Düsseldorf in Kauf nehmen. Zunächst verlief alles wie geplant. Um 6.52 Uhr erreichten wir Düsseldorf. Es war schon erstaunlich, wieviele junge Pilger um diese Zeit auf den Bahnsteigen standen, um nach Köln zu gelangen. Wir gingen zügig, aber nicht überhastet, zu unserem Bahnsteig. Wir hatten ja schließlich eine Stunde Aufenthalt. Als wir uns dann auf dem Bahnsteig mal richtig umgesehen hatten, sahen wir einen Zug, der in Richtung Koblenz fuhr. Gleichzeitig hatten Klaus und ich den Gedanken: „den können wir nehmen“, als sich auch schon die Türen schlossen und er sich in Bewegung setzte. Pech gehabt! Als wir uns den Fahrplan genauer angesehen hatten, stellten wir fest, daß er jede Stunde fuhr. Leider hatte unser Computer nicht damit gerechnet, daß wir so schnell waren und deshalb erst die nächste Verbindung ausgedruckt. So blieb es dann bei der einen Stunde Pause und es ging wie geplant kurz vor 8 Uhr weiter. Der Zug war zwar voll, aber wir paßten noch mit unseren Fahrrädern rein. In Köln am Hauptbahnhof war mächtig was los. Wir waren froh im Zug zu sitzen. Bis Koblenz gab es keine Schwierigkeiten. An vielen Bahnhöfen sahen wir junge Leute aus aller Herren Länder, mit bunten Fahnen und Rucksäcken, auf dem Weg zum Marienfeld. In Koblenz stiegen wir dann in den Zug nach Frankfurt. Eine resolute Zugbegleiterin ließ uns erst einsteigen, nachdem wir die Fahrräder abgeladen hatten; bei Klaus waren das immerhin fünf Taschen plus Lenkertasche. Das war schon eine größere Aktion. Es stimmt zwar, daß man mehr Fahrräder in den Zug bekommt, wenn sie kein Gepäck mehr haben, aber das bepackte Rad in den Zug zu buchsieren geht schneller, als wenn man alles einzeln hereinschleppen muß. Für alleinreisende Radler ist es sicher kaum zu schaffen. Ich könnte mir auch vorstellen, daß der Zug auch mal mit Fahrrad und ohne Gepäck und Fahrer davon fährt. Auf dem Weg nach Frankfurt unterhielten wir uns mit zwei Ehepaaren, die gerade von einer Moselradtour nach Hause fuhren. So verging die Zeit schnell und wir dachten: „das Schlimmste haben wir hinter uns.“ Im Frankfurter Hauptbahnhof stärkten wir uns mit einem Imbiß. Wir waren guter Dinge, doch als unser Zug in den Bahnhof einfuhr, sah es so aus, als ob es dort etwas umsonst gäbe. Hunderte Reisende mit großem Gepäck und dutzende Fahrradfahrer wollten in den Zug. Daß wir wieder abladen mußten, war klar. Als wir endlich im Zug waren, und Fahrräder und Gepäck verstaut hatten, suchten wir nach einem Sitzplatz. Ich entdeckte auch im ersten Wagen hinter dem Radabteil einige freie Plätze. Ich setzte mich hin und winkte Klaus, daß hinter mir noch was frei war. Es gab noch drei freie Plätze, die jedoch mit Gepäck belegt waren. Klaus bat eine ältere Dame, der offensichtlich eine große Reisetasche gehörte, diese doch bitte vom Platz herunter zu nehmen, damit er sich setzen könne. Mit einer durchdringenden, knarrzigen Stimme sagte sie: „Das geht nicht, da ist Porzellan drin.“ Wir waren perplex, damit hatten wir nicht gerechnet. Auf der anderen Seite des Ganges waren noch 2 Plätze frei, die jedoch ebenfalls mit einer Reisetasche belegt waren. Davor stand ein großer Koffer, der das Setzen ebenfalls hinderte. Klaus bat nun den Mann und die Frau, die den Gepäckstücken gegenüber saßen, diese doch in die Ablage zu heben. Da sagte die Frau, die schon wegen der anderen Reisetasche gesagt hatte, daß das nicht gehe: „Das geht auch nicht! Da ist Glas drin!“ Der Mann meinte nur, daß der Koffer nicht in die Ablage passen würde, da wären noch Flaschen drin. Der Koffer sei zu dick. Offensichtlich gehörten die beiden Damen und der Herr zusammen. Es entwickelte sich eine heiße Diskussion, an dem sich das halbe Abteil beteiligte. Die erste Dame beharrte in breitem thüringischem Dialekt darauf, daß ihre Taschen auf den Sitzplätzen stehen dürfen, da sie nicht ins Gepäcknetz paßte und ansonsten das Porzellan und das Glas kaputtgehen würden. Sie meinte, sie hätte die Plätze bezahlt. Ihre Erklärung war, sie habe schließlich ein Wochenendticket und für fünf Personen bezahlt, aber nur drei Plätze belegt, somit habe sie noch zwei Plätze übrig, die sie mit anderen Dingen belegen könne. Über soviel Unverschämtheit kann man nur den Kopf schütteln. Der größte Teil der Mitreisenden hatte ebenfalls ein Wochenendticket und fand die Einstellung dieser Dame unmöglich. Was wird sie wohl bei einem Umzug machen? Wie viele Wochenendtickets benötigt sie, um einen ganzen Wagen zu belegen? Leider kam kein Zugbegleiter durch, der hätte ihr sicherlich erklärt, wie es sich mit dem Wochenendticket verhält. Außerdem meinte die Frau, sie wäre ja auch nur zwei Stunden unterwegs. Man hat ja im Zug nicht unbedingt ein Anrecht auf einen Sitzplatz und macht auch normalerweise kein Aufhebens darum, wenn man mal eine Weile stehen muß, aber wenn offensichtlich noch Sitzplätze vorhanden sind und diese blockiert werden, ist das eine Unverschämtheit. Unter Protestgebrumme nahm die „nette“ Dame dann letztendlich ein paar leere Plastikflaschen aus dem großen Koffer, so daß er ins Gepäcknetz paßte und Klaus sich setzen konnte. In Würzburg hieß es dann wieder umsteigen. Diesmal gab es genug Stellplätze für die Räder, dafür war aber die Türe zum Radabteil defekt und ließ sich nicht öffnen. Somit mußten wir wieder komplett abladen und die Fahrräder durch den Wagen schieben, um ins Radabteil zu gelangen. Die letzte Umsteigestation war Treuchtlingen. Von dort erreichten wir ohne Schwierigkeiten nach 53 Minuten Ingolstadt. Wir waren sogar zu der Zeit dort, die wir vorher kalkuliert hatten. Es war trotz allem prima gelaufen. Wir waren am Nordbahnhof ausgestiegen und somit genau an dem Punkt, an dem vor zwei Jahren unsere Donautour endete. Schnell saßen wir auf den Rädern und schon nach kurzer Zeit erreichten wir die Donau. Nach 10 km waren wir an unserem vorgebuchten Tagesziel in Großmehring. Uns erwartete ein schönes geräumiges Zimmer. Anschließend aßen wir ein opulentes jugoslawisches Essen. Obwohl wir kaum mit dem Rad gefahren waren, waren wir doch etwas geschafft. Nach einem kleinen Bummel durch den Ort waren wir gegen 21.30 Uhr wieder in der Pension und freuten uns auf die kommenden 14 Tage.

Fahrzeit:-
Fahrstrecke:10km

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