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Meuse / Maas - Teil 2

Dinant - Arcen

Sclayn - Liège, 18.05.2017

…Vorsicht: Tihange…

Leider regnete es in der Nacht und auch am Morgen. Als wir aus dem Fenster auf die Meuse schauten, war alles regenverhangen und grau in grau. Was für ein Unterschied zu gestern!
So war es aber auch vorhergesagt worden.
Wir frühstückten erst mal ausgiebig und lecker. In einer Pension zu frühstücken ist meist abwechslungsreicher und schmackhafter als in einem einfachen Hotel. Hier ist alles persönlicher und mit Liebe zubereitet. Unsere heutigen Gastgeber waren sympathische Menschen. Das ganze Haus war mit unzähligen Büchern und viel Krims-Krams vollgestopft, aber es wirkte sehr gemütlich. Zwei freundliche Hunde und eine nicht so freundliche Katze rundeten das Ganze ab. Blumen gab es auch sehr viele und einige waren an ungewöhnlichen Stellen platziert. Zum Gießen benötigte man teilweise eine Leiter.
Kurz nach 10 Uhr war‘s dann mal wieder so weit. Trotz Nieselregens mußten wir weiter. Zunächst blieben wir auf der rechten Meuseseite. In Andenne besorgten wir uns erst mal einige Flaschen Wasser und ein paar Bananen für unterwegs.
Bis Huy lief es recht zügig. Der Regen ließ nach und wir zogen unsere Regenkleidung wieder aus. Die Landschaft hatte sich deutlich verändert. Es gab sehr viel Industrie. Auch Berufsschiffe waren nun vermehrt aus dem Wasser. In Huy folgten wir den Schildern nach Liège. Der Radweg wurde nun auf kleinen Straßen am Stadtrand entlang geführt. Kurze Zeit später erreichten wir das berühmt-berüchtigte AKW Tihange. Nun fehlte auf einmal die Beschilderung. Wir standen unmittelbar vor dem Kraftwerk. Klaus fragte einen Wachmann nach dem Weg. Es war alles etwas unübersichtlich. Wir fuhren ein Stück an der N 90 entlang, dann parallel dazu auf einer kleinen Straße bis Hermalle-sous- Huy.
Nun hieß es für mich: Radwandern. Es ging eine langgezogene Steigung hinauf und anschließend wieder hinunter. Klaus schaffte den Anstieg dank E-Unterstützung.
Weiter ging es wieder direkt an der Meuse entlang. Wir fuhren auf einem ehemaligen Treidelpfad. Wir mußten gut aufpassen. Der Weg war teilweise sehr schlammig, da er an den Werksgeländen von mehreren Kalkwerken oder Kieswerken entlang führte.
Vor Flémalle fuhren wir an einer großen Schleuse auf die linke Meuseseite. Viele Frachtschiffe warteten auf beiden Seiten der Schleuse. Nachdem wir die Brücke überquert hatten, gab es keinen direkten Weg am Ufer entlang. Es waren auch keine Radwegschilder vorhanden. Wir versuchten möglichst nahe am Fluß zu fahren. Leider gab es hier nur eine stark befahrene Bundesstraße. Wir fuhren zuerst auf einem schmalen, etwas höher gelegenen Fußweg neben der Straße her. Er war teilweise zugewachsen und wir mußten höllisch aufpassen, daß wir nicht stürzten. Irgendwann hatten wir vom Balancieren die Nase voll und fuhren auf der Straße weiter. Die Autos saßen uns im Nacken. Sie fuhren teilweise in Papierstärke an uns vorbei. So einen Weg möchte ich nicht noch mal mit dem Fahrrad fahren.
In Jemeppe-sur-Meuse war dann erst mal Schluß. In einem kleinen, schmierigen Straßenrestaurant tranken wir kurz einen Kaffee und Tee. Wir versuchten erfolglos im Ort etwas Besseres zu finden. Mit Hilfe von Osmand fanden wir dann einen ruhigeren Weg in Richtung Liège. Wir fanden sogar einen Weg, der für Radfahrer ausgewiesen war.
Recht schnell erreichten wir Liège und sahen schon von weitem das gläserne Gebäude Tour Paradis. Es beherbergt das Finanzamt. In der Nähe befindet sich auch der berühmte neu erbaute Bahnhof Liège-Guillemins. Dort waren wir schon zweimal mit den Zug angekommen und umgestiegen. Nun sahen wir diesen Glaspalast einmal von außen. Dort bekamen wir dann auch endlich unsere wohlverdiente Stärkung.
Anschließend ging es auf die letzten Kilometer zu unserem vorgebuchten Hotel. Auf unseren Radtouren suchen wir möglichst nach preisgünstigen Unterkünften und demzufolge waren unsere Erwartungen auch nicht hochgesteckt. Wir erreichten ein älteres, etwas desolates, mehrstöckiges Gebäude, das nach Bürogebäude aussah. Die Klingelschilder sahen auch nicht sehr vertrauenerweckend aus. Nirgends gab es einen Hinweis auf ein Hotel. Hatte man uns etwa hereingelegt? Gab es die Unterkunft gar nicht? Klaus rief die Handynummer an, die wir von Booking.com erhalten hatten. Wenige Minuten später stand ein freundlicher, junger Mann vor uns und erklärte, daß alles ok sei. Er war etwas überrascht, als er unsere Fahrräder und das Gepäck sah. Wir schoben unsere Räder in den Hauseingang und fuhren mit dem Gepäck mit einem Aufzug in den 4. Stock. Dort befand sich eine kleine Wohnung. Alles war alt und etwas heruntergekommen, aber viel hatten wir ja auch nicht erwartet. Nach Hotel sah es zumindest nicht aus. Der junge Mann meinte, die Vermietung der Wohnung sei sein zweites berufliches Standbein und er mache es auch noch nicht lange. Zuerst bezog er unser Bett. So sahen wir mit eigenen Augen, daß das Bettzeug frisch war. Da der Flur der Wohnung ziemlich lang war, holten wir mit Hilfe des Aufzugs unsere Räder nach oben. Nun brauchten wir nicht zu befürchten, daß sie evtl. neue Besitzer finden würden.
Das Haus lag ziemlich zentral. Der Regen hatte zwischenzeitlich aufgehört. Am Abend machten wir einen kleinen Bummel durch die Stadt und genossen einen gemütlichen Abend in einer kleinen Pizzeria.

Fahrzeit:4 h
Fahrstrecke:55 km

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Urheberrechtlich geschützt (Copyright), Gertrud S.