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Bodenseeradweg

Radolfzell - Schaffhausen

Tag 3: Bodman - Friedrichshafen

Neue Erkenntnisse...

Als um 7.30 Uhr der Wecker schellte, hörten wir den Regen auf das Dachfenster prasseln. Schade, wir hatten gehofft, daß es auch heute trocken sein würde. Das Frühstück nahmen wir in geselliger Runde ein. Ein älteres Ehepaar aus Hamburg und ein "mittelaltes" Paar aus Hof, saßen mit am Eßtisch im Wohnzimmer unserer Pension. Es war eine lockere Unterhaltung, wobei meist der, wie er sich selbst nannte, Halbossi ( HO Kennzeichen) das Wort führte und zu allem etwas zu sagen hatte. Ob seine Frau auch sprechen konnte, haben wir nicht erfahren. Als wir dann nach dem Frühstück zu unseren Rädern gingen, hatte es aufgehört zu regnen. Der Himmel war aber noch sehr wolkenverhangen, aber was soll's, wir haben ja schließlich unseren Kleiderschrank immer dabei. Notfalls ziehen wir uns um, oder die Regensachen über. Wir umfuhren das nördliche Ende des Überlingersees und erreichten schnell Ludwigshafen. Kurz darauf waren wir in Sipplingen. Dort war Frühsport angesagt. Es ging einige kurze, aber heftige Steigungen den Berg hinauf. Im Ort selbst gab es mehrere interessante Brunnen, die wir gerne fotografieren wollten. Das war aber nicht ganz ungefährlich, da es anscheinend einige einheimische Autofahrer auf uns abgesehen hatten. Bei unseren Fotostopps fuhren sie uns fast die Räder platt, so rasant sausten sie durch die engen Kurven. Wo es rauf geht, geht es anschließend auch wieder runter. Nach einer rasanten Abfahrt waren wir schon fast im nächsten Ort. Wir fuhren an Kloster Birnau vorbei. Ursprünglich hatten wir vor es zu besichtigen, aber wegen umfangreicher Bauarbeiten ließen wir es links liegen und fuhren bis zum Pfahlbaumuseum in Uhldingen durch. Bevor wir die Besichtigung antraten, stärkten wir uns mit sehr leckeren Käsebrötchen, die wir uns in Ludwigshafen besorgt hatten. Für manche Besucher des Museums sah es dann sicher so aus, als ob wir dort einziehen, oder zumindest dort übernachten wollten. Wir packten unser gesamtes Gepäck von den Rädern und schleppten es ins Eingangsgebäude. Ich hatte mich vorher erkundigt, wo wir unser Gepäck lassen konnten. Erfreulicher weise gab es genügend Schließfächer, in denen man seine Taschen unterbringen konnte. Sonst hätten wir nicht in Ruhe durch das Museum gehen können. Das Museum war jedoch der Mühe wert. Ein sehr netter, höchsten 20 jähriger junger Mann, führte uns durch die verschiedenen Pfahlbauten. Er erklärte alles sehr anschaulich und mit Begeisterung. Er wusste auf jede Frage eine Antwort, ohne überheblich zu sein. Er hätte auch an Stelle von Ranga Yogeshwar im Fernsehen auftreten können. Wir waren wirklich erstaunt, wie einfallsreich und geschickt die Menschen vor 2000-4000 Jahren vor Chr. waren. Heute, wo man alles kaufen kann, wären die Leute verraten und verkauft, wenn sie unter diesen Bedingungen überleben müßten. Um einiges klüger und sehr beeindruckt, verließen wir nach ca. 11/2 Stunden die Pfahlbauten, bepackten unsere Räder und fuhren in Richtung Meersburg weiter. Das Wetter hatte bis zum Mittag völlig aufgeklärt und die Sonne schien vom Himmel. In Meersburg an der Promenade fühlte man sich wie in Italien am Mittelmeer. Die Leute saßen in den Straßencafes oder sonnten sich auf den Bänken und genossen den Blick auf den See. Es herrschte ein reges Treiben, war aber noch nicht überlaufen wie im Hochsommer. Wir setzten uns ebenfalls in ein Café und aßen Erdbeerkuchen Danach schoben wir die Räder den Berg hinauf in die Oberstadt. Dort erwartete uns ein vollkommen anderes Stadtbild. Hier befindet sich das alte Schloß aus dem 16. Jahrhundert und in der Nähe das barocke neue Schloß. Nachdem wir die obere Stadt schiebender weise bewundert und die Aussicht über den Bodensee genossen hatten, entschlossen wir uns, nicht mehr den gleichen Weg zum Seeufer hinunter zu schieben (fahren wäre nicht möglich gewesen), sondern oben weiter zu fahren. Wir mußten etwas suchen, fanden aber dann einen wunderschönen Weg, den Höhenweg. Er führte an blühenden Obstplantagen und Weinstöcken vorbei. Die Aussicht war phantastisch. In der Ferne konnte man die schneebedeckten Alpen sehen. Wir fuhren bis Hagenau über diesen Weg und anschließend bis Immenstaad über den eigentlichen Bodenseeradweg. In einer Fahrradwerkstatt wollten wir Hildegards Tacho einstellen lassen. Ziemlich unfreundlich erklärte uns der Mechaniker, dass das an einem funkverngesteuertem Tacho nicht möglich sei, da Funkwellen aus der Schweiz die Frequenz stören würden. Der Tacho war also zum Glück nicht kaputt. In Immenstaad brauchte Hildegard einen Tee mit WC, da sie etwas "Bauchgrummeln" hatte. Auch dort fanden wir wieder ein schönes Fleckchen für eine Pause. Anschließend ging es dann leider bis Friedrichshafen immer an der vielbefahrenen Bundesstraße vorbei. In Friedrichshafen wollten wir übernachten. Die Touristeninformation hatte schon geschlossen, aber in meinem Bikelineheft standen genügend Adressen. Nach mehreren vergeblichen Anrufen fanden wir ein einfaches Zimmer bei einer freundlichen alten Dame in Jettenhausen. Nachdem wir unseren Reisestaub entfernt hatten, gingen wir einige hundert Meter zu Fuß zum Essen. Das Essen war spitzenmäßig!!! Im Nebenraum saß eine größer Busgesellschaft, die in lustiger Stimmung war. Es wurde gesungen, getanzt und Vorträge wurden zum Besten gegeben. Mit einem halben Ohr hörten wir zu. Ein Vortrag gefiel uns besonders gut. Wir fragten den Kellner, der uns sehr aufmerksam bedient hatte, ob er uns vielleicht eine Kopie besorgen könne. Es klappte. Mit je einer Kopie verließen wir in bester Stimmung das Restaurant. Der Tag war wieder rundum schön.

Fahrzeit:4:15h
Fahrstrecke:58km

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Urheberrechtlich geschützt (Copyright), Gertrud S.