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Ruhrradweg

Winterberg - Kevelaer

Tag 3: Arnsberg - Schwerte / Wandhofen - 10.05.2004

Plötzlich flußaufwärts...

Als wir am Morgen aus dem Fenster blickten, war der Himmel grau verhangen. Die Straßen und Dächer waren naß, es hatte in der Nacht geregnet. Nach dem Frühstück bestiegen wir gegen 9 Uhr 45 unsere Räder. Da wir uns am Vorabend die Arnsberger Altstadt schon angesehen hatten und nicht sicher waren, ob es trocken bleiben würde, kürzten wir den Weg ab. Wir fuhren nicht die Ruhrschleife entlang, sondern steil den Berg hinunter und erreichten nach wenigen Kilometern den Radweg. Diesmal war die Strecke besser ausgeschildert und somit einfacher zu finden. Am Anfang führte sie meist unmittelbar am Ruhrufer entlang. über längere Zeit verlief parallel dazu die A46 auf der anderen Seite des Radweges. Wegen der Lärmschutzwände und Bepflanzung war sie nur durch die Motorengeräusche zu bemerken. Die Ruhr führte sehr viel Wasser und hatte eine starke Strömung. In Binnerfeld gab es dann plötzlich eine Überraschung, der Fluß strömte in die falsche Richtung. Nach intensivem Kartenstudium vermuteten wir, daß es sich um die Möhne handelte und wir am falschen Fluß entlang fuhren. In einem Fahrradgeschäft erkundigten wir uns nach dem richtigen Weg. Unsere Vermutung stimmte. Auf den wenigen Metern, die wir uns wegen einer Autobahnabfahrt, vom Ruhrufer entfernt hatten, hatte sich die Möhne dazwischen gemogelt. Wir fuhren ein kleines Stück zurück, über eine Holzbrücke auf die andere Flußseite und kamen dann zum Zusammenfluß von Ruhr und Möhne. Gewaltige Wassermassen flossen dort zusammen. An dieser Stelle war die Ruhr fast doppelt so breit wie einen Kilometer vorher. Im Laufe des Vormittags hatte sich das Wetter merklich gebessert. Der Himmel wurde klarer und die Temperaturen waren um einige Grade geklettert. Wir entledigten uns nach und nach einem Teil unserer Kleidung. In solchen Fällen ist es sehr bequem, wenn man seinen Kleiderschrank mitführt. Wenn man jedoch mal wieder eine Steigung schiebend bewältigen muß, denkt man anders. In Wickede besorgten wir uns leckere belegte Brötchen und einige Liter Apfelschorle. Kurze Zeit nachdem wir die Stadt verlassen hatten, fanden wir ein idyllisches Plätzchen für unser Picknick. Auf einer Wiese, auf der anderen Flußseite graste eine Herde Schafe. Sie schauten interessiert zu uns herüber. Einige versuchten auch ein Gespräch mit uns anzufangen. Leider haben wir die Sprache der Schafe nicht gelernt. Hinter Fröndenberg verließ der Weg die Flußnähe und wir merkten, daß wir die Berge noch nicht ganz hinter uns gelassen hatten. Die wunderschöne Gegend mit vielen leuchtend gelben Rapsfeldern, blühenden Obstbäumen und vielen schönen Gärten entschädigte uns für manches schwitzen und schieben. Es ist auch schade, das man den Duft, den man beim Radfahren wahrnimmt, nicht konservieren kann, so wie Fotos, die man später noch mal ansieht. Als wir den Bismarckturm erreicht hatten, entschieden wir uns weiter zu fahren. Am Morgen hatten wir uns eigentlich vorgenommen bis Unna zu fahren und dort zu übernachten. Es war noch früher Nachmittag und wir hatten noch Lust weiter zu fahren. In Schwerte sollte dann endgültig für heute Schluß sein. Kurz vor 16 Uhr erreichten wir die Stadt. Unser erster Weg führte zur Touristeninformation. Leider hatte die am Montag geschlossen. Etwas frustriert fuhren wir zum Bahnhof um uns anhand des Stadtplans orientieren zu können, wo die Unterkünfte aus dem Bikelineheft lagen. Wir telefonierten ein halbes Dutzend Nummern ab. Bei der einen lief ein Anrufbeantworter, die nächste war angeblich belegt und alle anderen hatten für unseren Geschmack unverschämte Preise. Wir hatten schon extra die Häuser aus der unteren Kategorie ausgewählt, aber wenn man überlegt, wie lange man für das Geld arbeiten muß, das man in einer Nacht verschläft, kommen einem die Tränen. Wir waren ziemlich frustriert. Uns blieb also letztendlich nichts anderes übrig als uns ein halbes Hotel zu kaufen. Bevor wir uns ziemlich gefrustet auf den Weg zu unserer überteuerten Unterkunft machten, aßen wir noch ein Teilchen. Der freundlichen Bedienung klagten wir unser Leid. Sie konnte uns aber leider auch nicht weiter helfen. Doch dann kam ein netter Kunde an unseren Tisch und meinte, er wüßte evtl. eine gute und günstige Übernachtungsmöglichkeit. In Wandhofen, einem Ortsteil von Schwerte, das auf unserem weiteren Weg lag, wäre ein ordentlicher Gasthof mit Fremdenzimmer. Wir hatten Glück. Zu vernünftigen Preisen bekamen wir ein ordentliches Zimmer mit Bad. Außerdem gab es zu moderaten Preisen ein leckeres Abendessen. Wir verfuttern doch lieber unser Geld, als daß wir es verschlafen. Nach dem Essen machten wir noch einen gemütlichen Verdauungsspaziergang durch den Ort und die Welt war wieder in Ordnung.

Fahrzeit:4h
Fahrstrecke:62km

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Urheberrechtlich geschützt (Copyright), Gertrud S.