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Moselradweg

Perl - Koblenz - Kripp

Tag 2: Nittel - Trier - 08.05.2005

Ein tolles Konzert...

Unser Zimmer befand sich unter dem Dach, mit einem Dachfenster schräg über dem Bett, somit konnten wir direkt beim Aufwachen erfreut feststellen, daß es nicht regnete. Nach einem langen, opulenten Frühstück ging es erst gegen 10.30 Uhr los. Der Weg verlief überwiegend direkt an der Mosel entlang. Auch heute fuhren wir nur auf der deutschen Seite, d. h. am Nordufer entlang. Es war wieder recht kalt und zeitweise auch naß. Wir wechselten laufend unsere Oberbekleidung, Regenjacken und Hosen an und kurze Zeit später wieder aus. Wir hatten diesmal auch an unsere kälteempfindlichen Körperstellen gedacht. Hildegard hatte eine warme Mütze dabei und ich ein Paar Wollhandschuhe. Es hat schon gute Gründe, warum wir mit Gepäck fahren und uns nicht die Koffer hinterher tragen lassen. In Konz überquerten wir die Saar und schossen einige Erinnerungsfotos. Es war uns zwar von Bekannten nahegelegt worden, auf jeden Fall ein Stück die Saar entlang zu radeln und uns Saarburg anzuschauen, aber leider hatten wir nur eine Woche zur Verfügung und wir wollten uns auch nicht abhetzen. Es folgen ja hoffentlich noch viele Radtouren. Recht zügig erreichten wir Trier, die älteste Stadt Deutschlands. Wenig später waren wir an der Matthiaskirche. Es war Pilgerzeit und es „knubbelten“ sich viele Menschen auf dem Vorplatz. Deshalb beschlossen wir, vor der Besichtigung erst mal unser Gepäck zu „entsorgen“ und ohne Ballast zurück zu kommen. Laut Wegbeschreibung lag unsere Unterkunft in der Nähe dieser Kirche auf einem Berg, im Ortsteil Marienhof. Wir waren ziemlich zuversichtlich, daß wir nach wenigen Minuten unser Ziel erreichen würden, doch der Weg zog sich über ca. 5 km kontinuierlich den Berg hinauf. Das hieß: wandern unter erschwerten Bedingungen. Ziemlich abgekämpft und durchgeschwitzt erreichten wir gegen 13.30 Uhr unsere Pension. Da wir großes Gepäck dabei hatten, bekamen wir sogar eine kleine Ferienwohnung im Souterrain und konnten uns ungestört ausbreiten. Nach der dringend erforderlichen Dusche machten wir uns mit dem Bus auf den Weg in die Stadt. Unser Besichtigungsprogramm war ziemlich umfangreich, doch haben wir alles, was wir uns für heute vorgenommen hatten, angesehen und einen groben Überblick von Trier erhalten. Zuerst besuchten wir die Matthiaskirche, in der sich das Grab des Apostels Matthias befindet. Es ist das einzige Apostelgrab nördlich der Alpen und daher ein vielbesuchter Wallfahrtsort. Dort wurden wir sogar schon für Fußpilger gehalten. Ob wir wirklich so mitgenommen aussahen? Anschließend gingen wir am Moselufer entlang in Richtung Innenstadt. Um einem heftigen Regenschauer zu entgehen, flüchteten wir in ein Cafe und stärkten uns mit Kaffee und Kuchen. Danach besuchten wir die Römische Palastaula, die wahrscheinlich um das Jahr 310 entstand. Direkt daneben befindet sich der kurfürstliche Palast aus der Zeit des Rokokos. Wir gingen durch den wunderschönen Park und gelangten zu den Ruinen der Kaiserthermen. Leider reichte unsere Zeit nicht, um sie in Ruhe anzusehen. Anschließend gingen wir zum Viehmarkt, auf dem sich in einem großen Glasgebäude Ausgrabungen aus der Römerzeit befinden. Auch dort sahen wir uns die Überreste der römischen Baukunst nur von außen an. Wenig später kamen wir an einem sehr aufwendig gestalteten Brunnen vorbei, der mit Darstellungen von verschiedenen Handwerksberufen gestaltet war. Als nächstes gingen wir über den sehenswerten Hauptmarkt zum Dom. Wir finden es sehr unpassend, während eines Gottesdienstes durch eine Kirche zu laufen und deshalb nahmen wir noch an der abendlichen Vesper teil. Danach bewunderten wir den Dom. Er macht auf den ersten Blick einen recht schlichten Eindruck, aber bei genauerem Hinsehen entdeckt man viele Kostbarkeiten. Im hinteren Teil des Gebäudes befindet sich ein riesiges Taufbecken, das die Ausmaße einer Badewanne besitzt. Sie war mir von meinem ersten Besuch vor einigen Jahren noch in besonderer Erinnerung. Die Orgel, die fast wie ein Schwalbennest an einer Säule klebt, ist ebenfalls ein Kunstwerk für sich. Das Chor hat eine außergewöhnliche Tiefe. Man kann diesen Dom schlecht beschreiben, man muß ihn selber ansehen! Leider war auch dafür unsere Zeit zu kurz bemessen und außerdem war auch nicht alles zugänglich. Trotzdem gab es für uns an diesem Tag noch eine ganz besondere Überraschung. Der niederländische Künstler Boudewijn Zwart gab ein Konzert auf seinem reisenden Glockenspiel. Das Instrument bestand aus 50 Bronzeglocken mit einem Gesamtgewicht von 2800 kg. Es war im Mittelgang des Doms aufgebaut. So etwas hatten wir noch nie gesehen oder gehört. Es war ein einmaliges Erlebnis. Im Wechsel dazu spielte der Domorganist Josef Still auf der Orgel. Das Konzert dauerte etwa 1 ½ Stunden. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Alle waren sehr beeindruckt. Danach fand noch ein Glockenläuten von allen Kirchenglocken der ganzen Stadt statt, die aufeinander abgestimmt sind. Leider war es lausig kalt und wir hatten Hunger. Wir gingen noch zur Porta Nigra und anschließend zurück zum Markt. Dort ließen wir bei einem guten Essen den Abend ausklingen. An diesem Tag hatten wir viele Eindrücke gesammelt und waren uns einig, daß es sich lohnt, noch mal für ein paar Tage nach Trier zurück zu kommen und alles in Ruhe und intensiv anzuschauen. Vielleicht ist dann ja auch das Wetter etwas freundlicher.

Fahrzeit:2h
Fahrstrecke:28km

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Urheberrechtlich geschützt (Copyright), Gertrud S.