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Elberadweg, Teil 2

Magdeburg - Cuxhaven

Tag 7: Jork - Krummendeich - 26.06.2009

Stierkampfarena...

Der Eindruck vom Vortag, den wir von der Bedienung hatten, traf auch heute wieder zu. Gäste sind anscheinend lästige Störenfriede. Die junge Dame bediente mit Knopf im Ohr. Die Musik war für alle unüberhörbar. Dazu hätte wunderbar ein Kaugummi gepaßt. Das Frühstück war im Gegensatz dazu prima und somit haben wir uns über das Drumherum nicht aufgeregt. Gegen 9.30 Uhr saßen wir auf den Rädern. Zuerst wurden einige Fotos vom Ort geschossen. Genügend Fotomotive gab es hier. Dann ging es weiter durchs alte Land. Prächtige große Obsthöfe säumten unseren Weg. Die Fassaden und besonders die Giebelseiten waren häufig mit wunderschönen Schnitzereien und Inschriften verziert. Die Dächer waren meist sehr spitz. Fachwerk in verschiedenen Farben war der vorherrschende Stil. In den meisten Gärten blühten Rosen. Dazu kamen zwischen den einzelnen Gehöften große Obstplantagen. Zur Zeit war Kirschenernte. Die Bäume waren oft mit großen Netzen gegen Vögel geschützt. Kurz vor Stade hatte jemand eine lustigere Idee. Er hatte anscheinend seinen Kleiderschrank ausgemistet und die Hemden und Hosen passend als Vogelscheuchen in die Bäume gehängt. Von weitem sah es aus, als ob dort einige aufgeknüpft worden wären. In Stade machten wir dann eine längere Pause. Wir gönnten uns ein dickes Eis und schauten uns danach die schöne Altstadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten, wie den alten Hafen mit der Fischverkäuferin usw. an. Danach ging es ein längeres Stück in Richtung Wischhafen an der Bundesstraße entlang. Es war manchmal etwas schwierig den offiziellen Elberadweg zu finden. Später fuhren wir wieder direkt am Deich entlang. An einer Schleuse trafen wir auch ein Paar aus Lenggries wieder, das wir in Stade zum ersten Mal gesehen hatten. Sie waren schon in Prag gestartet. Sie waren sehr fit, obwohl sie schon im Rentenalter waren. Sie wirkten bedeutend jünger als sie waren. Wir fuhren ein Stück gemeinsam. Die beiden fuhren nach Navi. Hildegard war davon sehr begeistert, obwohl es uns einmal auf den falschen Weg führte. Hoffentlich verpfändet sie zu Hause nicht ihren Schmuck, um auch so ein Teil zu bekommen. In Dornbusch trennten sich unsere Wege wieder. Bei einer Tasse Kaffee versuchten wir schon mal für morgen ein Zimmer in Cuxhaven zu bekommen, was aber leider nicht klappte. Eine Gruppe Radfahrer aus Cuxhaven, die ebenfalls Pause machten, meinte, es wäre vor Ort kein Problem. Beruhigt fuhren wir weiter bis Wischhafen und von dort aus wieder über den Deichweg. Auf Schildern wurde darauf hingewiesen, daß der Weg von Tieren verschmutzt sein könnte. Das ist ja auf solchen Wegen nicht ungewöhnlich und wir dachten uns nichts Böses dabei. Wir mußten mehrmals Gatter öffnen und schließen oder Roste überqueren. Etwas unangenehm wurde es, als wir an einer Wiese vorbei mußten, auf denen junge Bullen standen. Nur ein Elektrozaun trennte uns von den Tieren. Dann wurde es aber direkt gefährlich. Wir näherten uns einigen Rindviechern, die auf einem nicht eingezäunten Abschnitt herumliefen, und hofften, daß es sich um weibliche Tiere handeln würde. Beim Näherkommen sahen wir jedoch, daß es sich um eine Herde Jungbullen handelte. Uns brach der Schweiß aus! Vorbeifahren war gefährlich, zurückfahren auch. Wenn sie gewollt hätten, hätten sie uns in jedem Fall erwischt. Man weiß ja nie, wie sie reagieren. Hildegard hatte mir gegenüber einen kleinen Vorteil. Ihre Taschen waren blau und sie trug auch keine rote Weste. Ich aber entsprach dem Feindbild eines Bullen perfekt. Mit klopfenden Herzen fuhren wir dann möglichst unauffällig an den Tieren vorbei. Wir holten tief Luft, als sich wieder ein Zaun zwischen ihnen und uns befand. Das war gerade noch mal gut gegangen. Ich bin bestimmt nicht ängstlich, aber vorsichtig und begebe mich ungern in Gefahr. Ich kenne persönlich Menschen, die von Bullen angegriffen und schwer verletzt wurden. Auf einem Weg, der als offizieller Radweg ausgewiesen ist, dürften meiner Meinung nach Bullen oder auch Kühe mit Kälbern nicht frei herumlaufen. Wenn es nicht anders geht, müßte man den Weg für die Öffentlichkeit sperren, oder zumindest auf diese Gefahr hinweisen. In Freiberg wollten wir dann für heute Schluß machen. Wir fanden auch schnell einen Gasthof, der freie Zimmer hatte. Wir erhielten einen Schlüssel und mußten einige Meter weiter ins Gästehaus. Als wir die Türe öffneten, schlug uns ein muffiger feuchter Geruch entgegen. Das Haus schien lange unbewohnt zu sein. Alles war sehr heruntergekommen. Das Zimmer war genau so unmöglich. Nach kurzer Überlegung gaben wir den Schlüssel zurück und fuhren einige Kilometer bis Krummendeich weiter. Hier bekamen wir ein schönes sauberes Zimmer, ein leckeres Abendessen und hatten mit anderen Gästen, ebenfalls Radfahrer, eine nette und lustige Unterhaltung. Das Wetter war bewölkt, aber trocken und warm und wir hatten den ganzen Tag Rückenwind.

Fahrzeit:4:30h
Fahrstrecke:72km

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Urheberrechtlich geschützt (Copyright), Gertrud S.