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Donauradweg

Donaueschingen - Ingolstadt

Tag 5: Ulm - Dillingen

nur flicken ist schöner...

Nach einer sehr unruhigen Nacht, in der wir stündlich durch das Läuten der Glocken geweckt wurden, verließen wir gegen 10 Uhr unser Hotel. Am Abend waren wir noch begeistert gewesen, ein Hotel zu finden, das so zentral gelegen war. Vor der Abfahrt montierte Klaus noch die neue Halterung für meine Lenkertasche. Auf dem Münsterplatz herrschte reges Treiben. Es war Markttag und schon seid etwa 5 Uhr morgens hatten wir akustisch den Aufbau der Stände miterlebt. Die nächste Nacht wollten wir im Wald verbringen. Wir kauften noch etwas Obst für unterwegs. Außerdem brauchten wir eine neue Batterie für meinen Fotoapparat. Auf den Aufstieg auf den Turm des Münsters verzichteten wir, da wir beide beim Treppensteigen im Hotel unsere Knie spürten. Gegen 11 Uhr bestiegen wir unsere Fahrräder und radelten aus der Stadt hinaus. Wir kamen genau 4 km weit, bis zu einem großen Park, als der Himmel sich verdunkelte und seine Schleusen öffnete. Wir hatten die Eisheiligen und die zeigten sich von ihrer besten Seite. Es goß und hagelte in Strömen und außerdem war es lausig kalt. Wir standen eine gute halbe Stunde unter einem dicken Baum. Was hatten wir nur getan, daß wir solches Wetter hatten? Als das Wetter sich etwas beruhigt hatte., fuhren wir weiter. Unterwegs versorgten wir uns mit Apfelschorle für unsere Trinkflaschen und machten eine kurze Pause. Einige Kilometer hatten wir einen kräftigen Rückenwind, der uns bis zum Donauwald schob. Mehrere Kilometer ging es durch ein großes Waldgebiet. Es duftete an manchen Stellen leicht nach Knoblauch. Es war jedoch der Geruch von Bärlauch. Es ist ein Kraut, das in unserer Gegend nicht wächst und wir vorher nur vom Namen her kannten. Auf vielen Speisekarten fanden wir Gerichte mit Bärlauch; einige haben wir probiert und es hat uns geschmeckt. Wir fuhren zügig, aber nicht besonders schnell, da wir über Schotterwege fuhren, die im Gegensatz zu geteerten Straßen doch einen starken Rollwiderstand verursachten. Plötzlich bremste Klaus ab. Sein Vorderreifen war platt. Wir waren froh, daß es trocken war, denn über uns hingen bedrohlich dunkle Wolken. Jetzt mußten wir eine Zwangspause einlegen und flicken. Der Übeltäter war schnell gefunden. Eine dicke Reißzwecke steckte gut sichtbar im Mantel. Das Loch war schnell geflickt, der Reifen aufgepumpt und das Fahrrad wieder zur Weiterfahrt gepackt. Dann kam die zweite unangenehme Überraschung. Der Vorderreifen war wieder platt. Also wieder alles abladen, Vorderrad ausbauen, Loch suchen ( es war übrigens eine zweite Reißzecke aber ohne Kopf ) Schlauch flicken, Rad einbauen , aufpumpen und aufladen. Wer wirft eigentlich mitten im Wald Reißzwecken auf den Boden? Wenn wir den erwischen... Die ölverschmierten Hände wusch Klaus sich, in Ermangelung feuchter Reinigungstücher, in einer Pfütze. Davon gab es auf Grund des nassen Wetters genug. Danach ging es endlich weiter. Die Reparaturaktion hatte über eine Stunde gedauert. Wenig später trafen wir ein Ehepaar aus Baden-Baden wieder, das wir am Vortag in Blaubeuren kennengelernt hatten. Wir fuhren weine Weile gemeinsam weiter. Er führte ein Stück unmittelbar am Donauufer entlang. Plötzlich wurden wir von einem riesigen Mückenschwarm heimgesucht. Sie waren aber friedlich und wollten nur spielen, nicht stechen. Trotzdem waren wir nicht erfreut. Wir mußten den Mund geschlossen halten, denn wir hatten keinen Appetit auf Mücken. In Offingen trennten sich unsere Wege wieder. Wir wollten jetzt eine freiwillige Pause einlegen. Die beiden anderen wollten weiter, da sie ihr Tagespensum weiter gesteckt hatten als wir. Die Pause haben wir genau zum richtigen Zeitpunkt gewählt. Während wir unsere Gulaschsuppe löffelten, kam es wieder vom Himmel hoch her. Es goß wie aus Eimern. Als alles vorbei war, fuhren wir zügig weiter. Unterwegs trafen wir auch wieder das Ehepaar von vorher. Sie waren auch noch nicht weiter gekommen als wir, da sie auch eine Regenpause einlegen mußten. Gegen 17 Uhr erreichten wir unser Tagesziel. Dillingen ist eine sehenswerte Stadt. Sie wurde im zweiten Weltkrieg nicht beschädigt. Neben dem Schloß und verschiedenen Kirchen gibt es auch noch viele große Bürgerhäuser. Wir fanden schnell ein ruhiges Hotel am Rande der Stadt.. Nachdem wir uns frisch gemacht hatten, fuhren wir in die Innenstadt zurück und bummelten durch die Straßen. Dabei drehten wir unser Urlaubsvideo weiter und machten Fotos mit einem Himmel im Hintergrund, der nach Weltuntergang aussah. Anschließend aßen wir in einem kleinen Restaurant zu Abend. Der Wirt war ein gebürtiger Düsseldorfer, was auch nach 40 Jahren in der Fremde nicht zu überhören war. Er hätte auch gut Alleinunterhalter werden können. Er war anscheinend froh, sich mal wieder mit Leuten unterhalten zu können, die seine Sprache sprechen. Gegen 22.30 Uhr fuhren wir zurück in unsere Unterkunft und hofften, daß sich die Eisheiligen ausgetobt hatten.

Fahrzeit:4h
Fahrstrecke:65km

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Urheberrechtlich geschützt (Copyright), Gertrud S.