Home
Münsterland R1 Mühlentour Tauber-Altmühlweg Weserradweg Bodenseeradweg Donauradweg 1 Ruhrradweg Moselradweg Donauradweg 2 Neckarradweg Leineradweg Donauradweg 3 Hase-Ems-Radweg Elbe-Radweg 1 Deutschlandtour Elbe-Radweg 2 Ems-Radweg Donauradweg 4 Mainradweg 1 Mainradweg 2 Oder-Neiße-Radweg Deutschland Ost-West Lahnradweg Mittelrheinradweg Mainradweg, komplett Werraradweg Rheinradtour NL Meuse / Maas 1 Ijsselmeer 1 Meuse / Maas 2 Ijsselmeer 2 Drauradweg
E-Mail Gästebuch
Tag 1 Tag 2 Tag 3 Tag 4 Tag 5 Tag 6 Tag 7 Tag 9 Tag 10

Oder-Neiße-Radweg

Liberec - Ückeritz

Tag 8: Löcknitz - Ückeritz - 11.07.2011

Über's Haff...

In der Nacht bin ich oft aufgewacht und hatte dabei das Gefühl, ein Zug fährt vorbei. Es war aber kein Zug, sondern der Regen, der auf’s Dach prasselte. Als wir aufstanden, goß es in Strömen. Das Frühstück im Garten fiel buchstäblich ins Wasser. Statt dessen wurden uns die Brötchen fertig geschmiert aufs Zimmer serviert. Doch wenn Engel reisen, lacht bekanntlich der Himmel und als wir um 9.15 Uhr auf unsere Räder stiegen, hatte der Regen aufgehört. Es war zwar bewölkt, aber trocken. Die Straßen und Wege waren naß. Deshalb entschieden wir uns, die Ausweichroute bis Grünhof zu nehmen. Sie führte über eine ruhige Landstraße durch den Wald. Ab Grünhof gelangten wir wieder auf den Oder-Neiße-Radweg. Wir kamen zügig voran. Nur in den kleinen Orten wirkte das alte Kopfsteinpflaster wie eine automatische Verkehrsberuhigung. Alle Autos schlichen über die Holperstrecke; wir versuchten nach Möglichkeit auf den Fußweg auszuweichen. In Hintersee verließen wir den ausgeschilderten Radweg und fuhren links am Ahlbecker Seegrund vorbei; zum einen, weil der Oder-Neißeweg dort laut Karte unbefestigt war und einen zusätzlichen Schlenker machte. So verpassten wir zwar einige, im Reiseführer angegebene Sehenswürdigkeiten, waren aber schon nach wenigen Kilometern in Ahlbeck. Uns war natürlich klar, daß es nicht das Ahlbeck auf Usedom war, aber eine junge Autofahrerin hatte sich zu sehr auf ihr Navi verlassen und stand jetzt ziemlich ratlos im falschen Ort. Was soll man dazu sagen? In einer Bäckerei machten wir eine kurze Pause und fuhren dann über Luckow, Vogelsang-Warsin, Bellin bis Ueckermünde. Dort sahen wir dann zum ersten mal das Stettiner Haff. Heute war es gut gelaufen und wir waren früh dran. Deshalb klappte auch ein Tag früher als geplant die Überfahrt mit dem Schiff auf die Insel Usedom. Wir hatten noch etwas Zeit und sahen uns den kleinen Hafen von Ueckermünde an. Bevor es aufs Schiff ging, stärkten wir uns noch in einem Restaurant direkt am Anleger. Dabei leistete uns ein älteres, aber sehr fittes Ehepaar aus Ulm Gesellschaft. Wir hatten die beiden auf unserer Tour mehrmals gesehen und gesprochen und einige male das bekannte Hase - und Igelrennen mit ihnen gemacht. Daß wir dabei mehrmals gewonnen hatten, lag nur daran, daß wir Abkürzungen genommen hatten. Sonst hätten wir es nicht geschafft. Der Mann war bereits 73 Jahre, seine Frau einige Jahre jünger, aber beide waren fit wie ein Turnschuh. Die Überfahrt war ein besonderes Erlebnis. Geschätzte 30 - 40 Radfahrer, mit großem Gepäck, teilweise mit Kinderanhänger, wollten mitgenommen werden. Beim Einlaufen des Schiffes sah es nicht so aus, als ob es klappen könnte, aber die Mannschaft wußte, was zu tun war und verstaute die meisten Räder auf dem Bug. Einige wurden auch auf dem Kabinendeck transportiert. Das ganze Gepäck verteilte sich zwischen den Passagieren im Inneren des kleinen Schiffes. Die Überfahrt dauerte eine Stunde und zwanzig Minuten und war für uns ein schöner Abschluß unserer Tour. Der Landweg am Haff entlang wäre sicher auch schön gewesen, aber er hätte noch eine Tagesetappe mehr bedeutet. So blieben uns noch einige Tage, um Usedom anzuschauen. Ab Kamminke ging es dann auf die letzten Radkilometer. Wir mussten noch mehrmals schieben, da die Insel nicht wie vermutet topfeben war, jedoch war die Landschaft sehr schön. Gegen 17.15 Uhr erreichten wir Ahlbeck Nr.2. Nach einigen Fehlversuchen versuchten wir, über die Touristeninformation ein Zimmer zu bekommen. Auf dieser Radtour hatten wir damit bisher überhaupt keine Probleme gehabt. Auch hier gab es noch einige freie Zimmer, aber so toll kann kein Bett sein, daß wir bereit sind, 150,- € für eine Nacht auszulegen. Nach einigen Telefonaten bekamen wir dann ein Zimmer, für etwa die Hälfte, in Ückeritz. Die letzten Kilometer bis dorthin fuhren wir mit dem Zug. Das Haus liegt leider direkt an der Bundesstraße. Es gab dort ein sehr gutes Essen, das uns für die Lage entschädigte.

Fahrzeit:4:45h
Fahrstrecke:68km

vorschau vorschau vorschau vorschau
weiter

Urheberrechtlich geschützt (Copyright), Gertrud S.