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Deutschlandtour

Flensburg - Füssen

Tag 2: Flensburg - Albersdorf - 03.09.2008

Härtetest...

Jetzt konnte es losgehen! Mein erster Weg führte zum Flensburger Hafen. Eigentlich hätte der Startpunkt die dänische Grenze oder die Ostseeküste sein müssen, ich meine aber, der Hafen tat`s auch. Schließlich ist Flensburg Deutschlands nördlichste Stadt und vom Flensburger Hafen gelangt man ziemlich schnell ans Meer. Der Hafen liegt nahe am Stadtzentrum. Ich hatte ihn mir größer vorgestellt. Ich machte nur ein paar Erinnerungsfotos. Ich brannte darauf, “auf Strecke“ zu gehen. Es folgte ein steiler Anstieg aus der Stadt heraus. Als ich sie verlassen hatte, merkte ich direkt, was auf mich zukam: Wind und zwar heftig. Ich mußte direkt in die Vollen gehen und das über 9 Stunden. Wenn ich das an diesem Morgen geahnt hätte, hätte ich mich doch, wie vorher angedacht, für die JH in Schleswig entschieden. Dadurch, daß ich etwas geschlafen hatte, fühlte ich mich fit und da es noch sehr früh war, fand ich 35 km zu wenig für den Tag. Ich wäre möglicherweise schon mittags angekommen und hatte doch noch eine riesige Strecke zu bewältigen. Ich wollte, da es ja gut losging, etwas Vorrat einfahren. Mein Weg führte demnach westlich an Schleswig vorbei. Ich wollte Hauptstraßen vermeiden. Um mich zu orientieren mußte ich oft anhalten und auf die Karte sehen. Die kleinen Orte standen nicht immer auf der Karte und die Beschilderung ließ manchmal zu wünschen übrig. Oft wurden Orte, die ich durchfahren wollte, angezeigt und wenn ich dann in der Nähe war, fand ich kein Hinweisschild mehr. Zweimal habe ich mich dadurch stark verfahren und bin vermutlich über 20 km mit zurückfahren und neu ansetzen, an Umwegen gefahren. Ich hatte vor, die JH in Pahlen aufzusuchen. Das wären nach meiner Berechnung etwa 75 km gewesen. Am frühen Nachmittag habe ich dort tel. nachgefragt. Ich hatte die Telefonnummer von Pahlen gewählt, wurde aber zu JH Albersdorf umgeleitet. Dort sagte man mir, daß in Pahlen nur Schulklassen aufgenommen würden. Bis 22Uhr könnte ich in Albersdorf ankommen, das wären etwa 20 km mehr. Ich wollte auf keinen Fall im Dunkeln unterwegs sein und deshalb strengte ich mich an, nach Albersdorf zu kommen. Für uns Niederrheiner ist Wind kein Fremdwort und meistens kommt er auch von vorne, aber das, was hier von vorne kam, war ein regelrechter Sturm. Der Wind war so heftig, daß ich teilweise mit Tempo 8 km/h vorwärts kroch. Kam noch eine Steigung dazu, mußte ich laufen. Als Auftakt zu meiner großen Tour war das nicht ermutigend. Am Morgen hatte ich in einem Supermarkt eine Tasse Kaffe getrunken und ein Käsebrötchen gegessen. Im Laufe des Tages waren meine Getränkevorräte aufgebraucht. Ich suchte dringend einen Laden um einzukaufen. Ein kleiner Tante Emmaladen hatte Mittagspause. Wo gibt es denn so was noch? Mittlerweile war meine Batterie fast leer. Ich mußte aber weiter, wenn ich in Albersdorf ankommen wollte. Dann kamen auf einmal, wie eine Fata Morgana, auf der grünen Wiese, hundert Meter vor dem nächsten Ort, Aldi, Lidl und noch diverse andere Märkte. Ich war gerettet! Ein Sixpack Apfelsaft, zweimal Joghurtdrink und frisches Obst wurden gebunkert. Eine Flasche Joghurtdrink wurde auf ex geleert. Danach lief es wieder besser, so gut, daß ich mich gleich ca.10 km verfuhr. Ohne Verfahren wäre ich mindestens eineinhalb bis zwei Stunden früher in der JH angekommen. Dann kam es aber 2 km vor dem Ziel noch mal ganz dick. Ein heftiger Regen mit Gewitter setzte ein. Eine Bergabfahrt machte ich noch, bog aber dann am Ortseingang von Albersdorf in den ersten offenen Carport ab. Ich war trotzdem schon ziemlich durchnäßt. Die Blitze konnten mir aber hier nichts anhaben. Nachdem ich eine halbe Stunde abgewartet hatte und das Gewitter weiter gezogen war, erreichte ich gegen 19 Uhr wie ein nasser Hund die JH. Ich bekam ein nettes Zweibettzimmer mit Waschbecken, mein Fahrrad eine Garage und die nassen Regensachen einen Platz im Wäschekeller. Nach dem Duschen erhielt ich eine riesige Thermoskanne Kakao. Der tat richtig gut. Das einzig Unangenehme waren die Gäste zwischen 10 und 12 Jahren. Sie hatten einen Wortschatz, den ich mit 16 noch nicht kannte. Ich habe mich nur gewundert. Zurückhaltung oder Schamgefühl kannten sie anscheinend nicht. Ich mag Kinder, war ja auch selbst mal eins, aber diese lieben Kleinen verursachten bei mir kein Wohlwollen. Mich persönlich haben sie in Ruhe gelassen, aber da kann man nachvollziehen, daß Lehrer es nicht immer leicht haben. Zur Gegend ist zu sagen, daß ich nicht sehr viel davon registriert habe. An diesem ersten Tag war ich hauptsächlich damit beschäftigt gegen den Wind anzukämpfen. Meist war es ziemlich flach und fast baumlos. Es gab viele Bäche und Tümpel, Feuchtwiesen und einige nette Dörfer. Manche Häuser waren noch, oder wieder, mit Reet gedeckt und gefielen mir sehr gut. Häufig war aber das Reet durch Wellblech oder Eternitplatten ersetzt worden, das sicher viel preiswerter ist, aber die Gebäude verschandelt. Wäre das Wetter besser gewesen, hätte ich bestimmt mehr von der Landschaft gesehen und die Tour genossen, so aber wollte ich nur ankommen.

Fahrzeit:9h
Fahrstrecke:118km

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Urheberrechtlich geschützt (Copyright), Gertrud S.