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Flensburg - Füssen

Tag 15: Creglingen - Dinkelsbühl / Neustädtlein - 16.09.2008

Retter in der Not...

Als ich am Morgen die Gaststube betrat, saß überraschender Weise ein Mann im Radleroutfit am Frühstückstisch. Ich war der Meinung, ich wäre der einzige Gast. Wir unterhielten uns angeregt und teilten uns Aufschnitt und Käse. Nachdem wir fast fertig waren, kam die Wirtin und entschuldigte sich. Sie hatte glatt vergessen, meine Portion aus dem Kühlschrank zu nehmen. Kurz nach 9 Uhr ging’s dann durchs Taubertal weiter. Da man ja, wenn man alleine unterwegs ist, normalerweise leise daher kommt, hatte ich sogar die Gelegenheit, vier Rehe zu beobachten, die meinen Weg kreuzten. Über solche unerwarteten Begegnungen freue ich mich immer. Ich überlegte, ob ich nach Rothenburg hineinfahren sollte, oder direkt unten durchs Tal weiter fahren sollte. Wer weiß, wann ich die Gelegenheit wieder haben werde, Rothenburg einen Besuch abzustatten und deshalb entschied ich mich, den steilen Weg hinauf zu schieben und die romantische Stadt noch einmal zu besuchen. In der Stadt wimmelte es mal wieder von Touristen aus aller Herren Länder. Da ich die Stadt kannte, schob ich mein Rad nur einmal über den Rathausplatz und genoß dann den Blick von oben hinab auf die Tauberbrücke. Die Erinnerung an einen Besuch zu Pfingsten vor einigen Jahren wurde wieder wach. Die ganze Stadt war eine einzige Bühne. Der bekannte Meistertrunk wurde aufgeführt. Das große Feuerwerk vor dem Rathhaus und am nächsten Abend die „brennende Stadt“ sind mir noch sehr präsent. Ich blieb etwa eine Stunde und machte ich mich dann auf meinen weiteren Weg. Zu Anfang gab es eine kleine Schikane. Weil eine Brücke erneuert wurde, mußte ich auf einen schmalen Trampelpfad ausweichen und dort sogar einige Stufen hoch. Das schaffte ich nur, indem ich die Lowridertaschen abnahm und Rad und Taschen getrennt die Treppe hinauftrug. Es ging dann auf der romantischen Straße weiter. Die nächsten Kilometer waren relativ eben. Als ich mich Schillingsfürst näherte, sah ich schon von weitem, was auf mich zukam. Die Stadt lag oben auf einem Berg. Da hinauf kam ich natürlich nur zu Fuß. Die Gegend wurde wieder hügeliger. Das Gute daran ist, daß nach einem Berg die Abfahrt folgt. Am Marktplatz in Feuchtwangen machte ich Mittagspause. Das Wetter war besser als am gestrigen Nachmittag. Es war trocken, aber kühl und trüb. Frisch gestärkt ging’s danach weiter bis Dinkelsbühl. Von dieser schönen Stadt war ich sehr begeistert. Sie ist ein echtes Schmuckstück. Ich schob mein Rad durch die Straßen. Hier wollte ich auf jeden Fall bleiben, evtl. sogar zwei Tage. Zunächst versuchte ich in der JH ein Zimmer zu bekommen. Die hatte aber leider geschlossen. Bei der tel. Nachfrage lief nur ein Band. Der Besuch der Touristeninformation brachte mich auch nicht richtig weiter. Zimmer in Pensionen waren nach Angaben der Angestellten nicht mehr frei. Sie schlug mir zwei Hotels vor, die mir aber ehrlich gesagt zu teuer waren. Sie gab mir noch ein Gastgeberverzeichnis und schon war ich entlassen. Da stand ich nun und wußte nicht weiter. Es war mir schon zu spät zum Weiterfahren. Die nächsten Städte waren kleiner und es war fraglich, ob ich unterwegs etwas finden würde. Kurz bevor ich Dinkelsbühl erreicht hatte, hatte ich ein Schild mit dem Hinweis „Zimmer für Radfahrer“ gesehen. Ich fuhr also noch mal ein bis zwei Kilometer zu diesem Schild zurück. Es war eine Telefonnummer angegeben, aber es meldete sich niemand. Pech! Frustriert und enttäuscht entschied ich mich dann doch ins Hotel zu gehen. Da viel mir ein, ich hatte ja noch das Unterkunftsverzeichnis. Vielleicht stand ja auch was vom Umland darin. Während ich so dastand und in dem Heft blätterte, stoppte ein Radfahrer und fragte: „do you need help?“ Schon komisch, in Deutschland auf englisch angesprochen zu werden. Der Mann war wirklich nett und mein Retter in der Not. Er war aus der Gegend. Gemeinsam suchten wir nach einer Unterkunft in der Umgebung. Er empfahl mir einen Gasthof im Nachbarort. Dort war ein bezahlbares Einzelzimmer zu haben. Es wäre kompliziert gewesen, den Weg zu erklären. Deshalb fuhr er noch ein ganzes Stück vor mir her, bis ich den Weg nicht mehr verfehlen konnte. Meine Stimmung, die vorher auf dem Tiefpunkt war, war schlagartig besser. Solche Begegnungen vergißt man nicht so schnell. Wenig später ereichte ich den Gasthof in Neustädtlein.

Fahrzeit:5:55h
Fahrstrecke:79km

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Urheberrechtlich geschützt (Copyright), Gertrud S.